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Depression


Depression

Eine Abhandlung aus anthroposophischer Perspektive
1. Aufl.

von: Nicole Wessels

CHF 44.99

Verlag: Diplomica
Format: PDF
Veröffentl.: 01.05.2009
ISBN/EAN: 9783836609074
Sprache: deutsch

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Die Grundtatsache des Seelenlebens ist Lust und Schmerz.
(Rudolf Steiner)
Ein knappes Jahr nach Beginn meiner Beschäftigung mit dem Thema `Depression´ stelle ich Ihnen nun dieses äußerst subjektive Fragment dessen vor, was ich versuchte möglichst objektiv zu erarbeiten.
In Ermangelung einer guten Methode kopierte ich ersteinmal zwei Bilder von Edvard Munch und las dann viele Bücher ohne viel Erfolg, versuchte aus einer regelrechten `Informationsflut´ von medizinischen, biologischen, psychologischen, historischen und nicht zuletzt autobiographischen Texten verschiedener Betroffener eigene Erkenntnisse zu filtern, diese intellektuell zu bearbeiten und schlußendlich verständlich, vor alllem lesbar (!), niederzuschreiben, was für mich bedeutete, daß die Konsultation eines Computers anlag. Mit der Zeit wurde das Schreiben über Melancholie zu meiner Art von Beschäftigung, ihr einerseits offen zu begegnen, andererseits ihr auszuweichen, auf daß sie mich nicht fraß, doch ich kann Ihnen sagen, daß ich sehr wohl dazu kam, melancholische Züge in und an mir festzustellen und auszuprägen, die mir nie zuvor bewußt gewesen sind. Bereits an dieser Stelle sei erklärt, daß Schwermut, Melancholie und Depression nicht dasselbe und schon garnicht das gleiche sind, sondern daß Jenes aus Diesem entstehen kann, daß die Menschen der griechischen Epoche das Wesen des `Schweren-Mutes´ kannten, man im Mittelalter begann, melancholisch zu werden und die Depression eines der zentralen Leiden unserer modernen Zivilisationsgesellschaft schlechthin bezeichnet. Mit dem Fortschreiten der Kulturepochen einhergehend tauchten im Sprachschatz des Menschen diese unterschiedlichen doch nicht voneinander unabhängigen Definitionen seines Gemütszustandes auf. Das Wort `Depression´ wurde Mitte des achtzehnten Jahrhunderts von Großbritannien ausgehend verbreitet, was dazu führte, daß man die Symptomatik dieser Entwicklung einstmals auf diesem Kontinent mit `Englischer Krankheit´umschrieb.
Im folgenden Textverlauf werde ich verschiedene Ausdrucksformen der Depression ein klein wenig ausführen, Thesen zu ihren Ursachen aufstellen, welche meiner Ansicht nach mit der Entwickelung der Bewußtseinsseele des Menschen Hand in Hand gehen, eine organische Komponente kurz umreißen und schlußendlich (Auf)-Lösungsansätze aus der Kunstgeschichte herleiten. Das alles allerdings (zitiert nach Robert Burton) nicht um Unbekanntes oder Übersehenes zu ergänzen, sondern einzig um mich zu üben (...) Oder vielleicht schreibe ich, wie andere auch, aus Ehrgeiz, um mich darzustellen, denn, so zitiert nach Robert Burton, dein Wissen ist nichts, solang nicht ein Anderer weiß, daß du weißt.
Nicole Wessels, Diplom als Kunsttherapeutin und -pädagogin im Sommer 2003 in Wien/Österreich, zuvor Studium der Kunstgeschichte und Archäologie in Münster/Deutschland, Derzeit tätig als Behindertenbetreuerin in Wien.
Kapitel ‚Zahlen’:
Laut einer Statisitik der WHO leiden drei bis fünf Prozent, also etwa 435 Mio. Menschen weltweit an Depressionen. Es soll hier erwähnt sein, daß schätzungsweise mindestens jeder Fünfte, höchstwahrscheinlich aber schon jeder Dritte innerhalb unserer technischen Zivilisation sich zumindest einmal im Leben ob einer depressiven Verstimmung in eine therapeutisch wirksame Behandlung begibt.
Das Alter, in dem man noch vor dreißig Jahren erstmalig an einer Depression erkrankte, lag zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Heute findet man diese `Markierung´ um etwa zehn Jahre vorverlegt bei Personen zwischen 20 und 30 Jahren. So betrachtet ist der Begriff der sogenannten Midlife-Crisis hinfällig.
Statistisch gesehen werden ungefähr 0,6 Prozent der deutschen Bevölkerung manisch-depressiv im engeren Sinn, also etwa 500.000 Menschen. Im Jahre 1955 nahmen sich dort 12.888 Menschen das Leben, davon 9.222 Männer und 3.666 Frauen, während im gleichen Jahr 9.465 Menschen bei Verkehrsunfällen starben (6.842 Männer und 2.623 Frauen).
Schätzungen zufolge ist die Zahl der Selbstmordversuche bei Männern insgesamt dreimal höher, bei Frauen zehnmal höher als der erfolgreiche Suizid, wobei hier gesagt sei, daß die meisten Suizide tatsächlich von depressiv Betroffenen Menschen vollführt wurden, namentlich von zwei Dritteln.
Prädispositionen- der Eine hat es, der Andere nicht?!:
So manch’ ein Mensch scheint schon ob seines melancholischen Temperamentes geradezu prädestiniert zu sein, doch auch die Choleriker stehen besonders häufig im „Schatten des Saturn“. Natürlich wird nicht jeder Melancholiker depressiv, auch nicht jeder zweite in erster Linie cholerisch veranlagte Mensch. (Die Rolle der vorrangig sanguinisch und phlegmatisch geprägten Personen sei hier außer acht gelassen.) Rudolf Steiner äußerte sich zum Melancholiker wie folgt:
Es ist dies der Mensch der Betrachtung und nicht der Tat. (...) Das melancholische Temperament wird bei der nächsten Inkarnation hervortreten, wenn jemand jetzt die Neigung hat, im engsten und stillsten Kreise zu leben und sich nur mit sich selbst zu beschäftigen.
Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts sind offensichtlich dem Männlichen gegenüber prädestiniert, denn gemeinhin doppelt so oft betroffen wie Männer, was die naturwissenschaftliche Forschung erst in Zusammenhang mit dem Besitz zweier X-Chromosomen, dann mit dem Druck zu erklären versuchte, den die moderne Gesellschaft in Bezug auf die Rolle der Frau als funktionierende Hausfrau, aufopfernde Mutter, willenlose Geliebte, warmherzige Freundin und nicht zuletzt magersüchtiges Sexsymbol ausübt.
Frauen seien sensibler und machten im Gegensatz zu Männern überdies mehrere labile Phasen, wie den monatlichen Zyklus, Schwangerschaft und Klimakterium in ihrem Entwicklungsverlauf durch, die alle zum Auslöser für eine depressive Verstimmung werden können.
Zudem sind Frauen wahrscheinlich aufgrund ihrer Gesamtkonstitution viel eher als Männer in der Lage, eine Seelennot als solche überhaupt zu empfinden und die damit einhergehenden Gefühle und Veränderungen zuzulassen, während Vertreter des männlichen Geschlechts ihre melancholischen Züge gern hinter Aggression und Drogensucht verstecken, statistisch gesehen allerdings im Hinblick auf die Altersdepression vor den Frauen rangieren.
Martin Hautzinger gibt eine auf Statistiken beruhende genetische Disposition an, wonach das Risiko bei Kindern depressiver Eltern und /oder Großeltern, ebenfalls zu erkranken, erhöht ist.
Von Raymond Battegay erfahren wir, daß wenn ein Elternteil manisch-depressiv ist, bei 14,5%, wenn beide Elternteile manisch-depressiv sind, bei 50% der Nachkommen mit Temperamentsauffälligkeiten gerechnet werden kann.
Er stellt in Frage, ob jene Persönlichkeitsauffälligkeiten bei den Nachkommen einer genetischen Voraussetzung oder einem Lebensmuster folgen, welches von den Eltern vorgelebt wird, sodass oftmals jene Individuen prädispositioniert seien, die meist in ihrer Familie (...) depressive Zustandsbilder aufweisen.
Bereits in früheren Zeiten teilte man die manisch-depressiv Prädestinierten/Betroffenen in zwei Typen auf:
Der Typus Melancholicus, unser heutiger endogen Depressiver sei von jeher ein pflichtbewusster, konventioneller `Sicherheitsdenker,´der sich in seinem Wesen durch eine geringe Vitalität, wenig Originalität und viel Phantasiearmut auszeichne. Dieser Mensch sei oftmals von Grund auf autoritätsgebunden und nur einseitig interessiert. Hingegen ähnele der Typus Manicus einem `Grenzgänger,´ welcher äußerst unkonventionell, phantasievoll und vital sei, unstet, eine überschäumende Freude am Risiko sowie die Fähigkeit besitze, sich für nahezu alles begeistern und interessieren könne.
Es handele sich hierbei um ein großzügiges und eigenständiges Individuum von großer Originalität. Beide Typen seien tüchtige, gefühlsbetonte und warmherzige Menschen.
Kleiner Exkurs zum urprinzipiellen Bezug der Depressionskrankheit:
Das Gestirn (Prinzip) ist gleichbedeutend mit Geist und Form des Metalls; das Metall ist... Asche, Auswurf... des himmlischen Gestirns, dem aber dessen Wirkungsprinzip innewohnt (...) also haben auch die alten Philosophen die sieben Metalle mit den sieben Planeten verglichen: und (gleiche)... Zeichen dafür gesetzt: Gold der Sonne, Silber dem Mond, Quecksilber dem Mercur, Kupfer der Venus, Eisen dem Mars, Zinn dem Jupiter, Blei dem Saturn.
Saturn, naturwissenschaftlich betrachtet nur geringfügig mehr als der, von der Sonne aus gezählt, sechste Planet, zweitgrößter unserer Umlaufbahn, welcher neben neun Monden von einem freischwebenden Ring umgeben ist, bestehend aus kleinen Partikeln, die den Saturn wie winzige Satelliten umkreisen.
Oft stößt man in der Literatur auf den Zusammenhang zwischen der Depressionskrankheit und dem saturnischen Prinzip.

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