Marie - Unterwerfung in der Mühle

Marie - Unterwerfung in der Mühle

 

Marie, die Magd des Müllers flieht, körperlich schwer gezeichnet, vor ihrem brutalen Herrn. Zur späten Stunde kommt sie zu einer Mühle in einem finsteren Tal, wo sie zaghaft nach einem Nachtlager fragt.

Der Müller Bernardus, der schon lange das Geheimnis des Baches in diesem Wald hütet, ist von der jungen Frau angetan, doch bezweifelt er, dass sie seine dominant-sadistische Neigung gutheißt.

Wie sehr er sich in Marie täuscht, zeigen ihm allerdings die nächsten Tage. Denn Marie trägt ebenfalls ein Geheimnis in sich ...

 

Alle Personen sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen ist rein zufällig. Original-Ausgabe erschienen im Dezember 2017 bei Merlins Bookshop.

 

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Korrektorat & Lektorat: Merlins Bookshop, Waldstr. 22, 65626 Birlenbach

Verlag: Merlins Bookshop, Waldstr. 22, 65626 Birlenbach

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Cover: Merlins Bookshop unter Verwendung der Fotos von Anatoly Tiplyashin alias krasphoto und snehit via 123rf.com

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Eine Zuflucht für die Nacht

Kapitel 2 – Die Mühle

Kapitel 3 - Träumereien

Kapitel 4 - Annäherungen

Kapitel 5 – Leidenschaften

Kapitel 6 – Abendspiel

Kapitel 7 – Gefahr im Dorf

Kapitel 8 – Bitten

Kapitel 9 – Lust im Mahlraum

Kapitel 10 - Vollendung

Leseprobe „Amalia - Zähmung der Freiheit“

 

 

Kapitel 1 – Eine Zuflucht für die Nacht

 

Es ist bereits lange her, dass eine junge Frau, die gerade dem Kindesalter entwachsen war, ein sehr dunkles Tal entlang kam. In ihrem ebenmäßigen und hübschen Gesicht zeigten sich Angst und Schrecken.

Sie wusste nicht, was sie in diesem abgelegenen Tal erwartete. Doch es konnte nicht schlimmer sein, als das, was geschehen war, denn sie war davongelaufen.

Der Müller, dem sie als Magd versprochen worden war und gedient hatte, stellte sich als ein grobschlächtiger Kerl heraus, der es liebte, sie für jedes kleine Vergehen hart zu strafen und brutal zu schlagen. Je mehr und stärker es war, umso mehr befriedigte es in dem Mann eine sadistische Ader, die keine Grenzen mehr kannte.

Wenn ihre Haut aufplatze und das Blut floss, dann leuchteten seine Augen vor Verzückung, während in ihren bittere Tränen standen. Doch die zählten rein gar nichts.

Es gab Zeiten, in denen sie sich wünschte, von einem starken Mann durch das Leben geführt zu werden. In dem Müller glaubte sie, jenen gefunden zu haben. Doch er bot ihr nicht das, was sie erwartete, sondern war einfach nur ein brutaler Schläger, dem jegliches Gefühl fehlte. Willkür gegenüber seiner Magd schien das einzige Mittel zu sein, welches er kannte. Da blieb nicht nur die Zuneigung auf der Strecke, sondern auch das Selbstwertgefühl. Wenngleich sie gewisse unterwürfige Neigungen in sich verspürte, so wollte sie kein Spielzeug für brutale und gnadenlose Schlägerei sein, und nur als Objekt für das Ausleben seiner brutalen Gewalt dienen.

In der letzten Zeit war sie mehr ein blutiges Stückchen Fleisch denn eine Magd. Deshalb hatte sie an diesem Abend die Gunst der Stunde genutzt und war aus der Mühle des grobschlächtigen Müllers entflohen. Dabei besaß sie nicht mehr als das, was sie auf der Haut trug. Aber alles war besser, als weiterhin auf diese Art und Weise behandelt zu werden und ein unwürdiges Leben zu fristen.

Sie hatte Angst, Angst um ihr Leben, denn sie traute es dem Kerl zu, ihr zu folgen und dann so lange zu peitschen, bis von ihr nichts mehr übrig war, was man als Mensch bezeichnen konnte.

Die ehemalige Magd schüttelte sich vor Grauen und beschleunigte ihren Schritt. Dabei war der Weg kaum erkennbar und es wurde zudem dunkler und dunkler. Nicht nur das Tal zeigte seine finsterste Seite, sondern auch der Abend wandte sich zunehmend der Nacht zu.

Hier und da vernahm sie die Stimmen der Vögel oder es raschelte etwas im Unterholz. Aber das war ihr in diesem Moment egal, sie wollte nur möglichst weit weg von ihrem alten Dienstherrn gelangen, der es nicht verstand, ihre Neigungen so zu nutzen, dass sie beide davon etwas hatten.

Inzwischen ließ sich der Weg kaum noch erkennen. Das Licht war mittlerweile sehr dämmrig und die Finsternis schluckte zunehmend auch diesen letzten Rest an Helligkeit.

Bald würde sie rasten müssen, um nicht in Gefahr zu kommen, sich durch unbedachte Schritte schwer zu verletzen oder gar zu Tode zu kommen. So sehr sie die Flucht antrieb, es sollte kein Weg in den Tod werden. Dann hätte sie auch beim grobschlächtigen Herrn bleiben können.

Da erblickte sie ein schwaches Licht, das zu einem Haus zu gehören schien. Wasserrauschen und ein leichtes Klappern verrieten ihr, dass es sich um eine Mühle handeln musste. Sie konnte nur hoffen, dass der Müller ihr die Gnade einer Übernachtung erwies, da sie ja nur eine arme, mittellose Magd war.

Sie wusste, dass es sehr viele Mühlen in dem großen Gebirge gab. In jedem Tal konnte man sie finden, wenn dort auch nur ein Bächlein floss, das stark genug war, ein Mühlrad anzutreiben. Aber wer wusste schon, wer diese Mühlen betrieb? Es konnte hinter jedem Klappern erneut ein so grausamer, grobschlächtiger Müller arbeiten. Sie wollte nicht vom Regen in die Traufe kommen. Allerdings waren nicht alle Meister des Mahlens böse Menschen. Zudem brauchte sie dringend ein Nachtlager. Und vielleicht konnte sie sich beim Müller auch für eine gewisse Zeit als Magd verdingen.

Die junge Frau wurde langsamer und näherte sich vorsichtig der Mühle an, deren Klappergeräusche lauter wurden. Der Müller schien bei der Arbeit zu sein, obwohl es schon Abend war. Aber vielleicht hatte er auch nur einen dringenden Auftrag zu erledigen. Das war bei ihrem alten Herrn auch ab und zu vorgekommen und stets in einer missmutigen Laune seinerseits geendet, die sie als Magd hatte ausbaden müssen.

 

Schließlich stand sie vor der Tür, durch deren Ritzen der Lichtschein hinausdrang, wie bei den wenigen Fenstern ebenfalls. Nun musste sie hoffen, Glück zu haben und an einen Müller zu kommen, der es nicht darauf absah, sie nach Strich und Faden zu verprügeln, wenn ihm etwas missfiel. Sie würde schon froh sein, wenn er ihr für die Nacht ein Lager geben könnte.

Es kostete die Magd einige Überwindung, dann aber klopfte sie zaghaft an die Tür. Ihre Angst konnte sie dabei nicht verbergen, die stand ihr weiterhin ins Gesicht geschrieben. Doch hoffte sie das Beste.

Es dauerte einige Minuten, bis sich die Tür öffnete. Sie hatte fast schon aufgegeben und wollte sich bereits von der Mühle entfernen, um irgendwo in der Natur ein brauchbares Nachtlager zu finden. Im Wald fand sich immer ein weiches Fleckchen mit Moos.

„Wer da?“, hörte sie da eine etwas poltrige Stimme aus dem Innern und befürchtete bereits das Schlimmste.

Doch dann zeigte sich ihr ein noch junges Gesicht, das gar nicht so recht zur poltrigen Stimme zu passen schien. Denn es wies durchaus freundliche Züge auf und hatte das gewisse Etwas, was junge Frauen, wie sie, faszinierte.

„Äh, ich, Marie“, stotterte sie schließlich hervor und setzte dann ein „Guten Abend!“, hinterher.

Schließlich wollte sie nicht unhöflich sein.

Er schaute sie an und bemerkte, wie ängstlich Marie wirkte. Zudem begann sie genau in diesem Moment zu zittern, denn es war inzwischen nicht nur fast dunkel, sondern auch erheblich kühler geworden. Gerade hier im Grund des finsteren Tales war es immer noch eine Spur kühler als anderswo. Das lag in der Natur der Dinge.

„Komm herein, Marie!“, forderte er sie darum auf. „Du zitterst ja am ganzen Körper und auch sonst scheint es dir nicht besonders gut zu gehen. Ich mag zwar eine polternde Stimme haben, aber ich beiße nicht.“

Für einen Moment zögerte die junge Frau, durch die geöffnete Tür ins Innere der Mühle zu treten. Wenn sie erst im Innern war, dann hatte sie der Müller in seiner Gewalt. Und ihr ehemaliger Herr hatte ganz genauso freundlich getan, als sie damals zu ihm gekommen war.

„Nun zier dich nicht, Marie!“ Der Müller schaute ihr tief in die Augen. „Ich bin Bernardus, der Müller dieser alten Mühle im finsteren Tal. Wenn jemand in Not ist, dann nehme ich ihn gerne auf. Und du scheinst in Not zu sein.“

Dabei musterte er sie und ihm entging nicht die fleckige und teilweise zerrissene Kleidung der Magd.

„Ich bin ganz alleine und freue mich immer über Abwechslung in meinem Alltag. Nur selten verirrt sich jemand hierher.“

Bernardus Freundlichkeit gefiel ihr. Er schien doch anders als ihr alter Arbeitgeber zu sein, denn der hätte nie jemanden aufgenommen, der spät am Abend an die Tür klopfte. Meist hatte er die späten Besucher mit Beschimpfungen davon gejagt.

Marie beschloss, der Aufforderung des Müllers Folge zu leisten. Es konnte nicht schlimmer als bei dem grobschlächtigen ehemaligen Herrn sein. Und wenn er Gesellschaft brauchte, so war Bernardus vielleicht sogar geneigt, ihr eine Stellung als Magd zu bieten.

Er wäre sicher auch keine schlechte Partie, wenn es darum ging, einen Mann fürs Leben zu finden. Allerdings war sie nur eine Magd und hatte zudem noch ihre sehr speziellen Neigungen, die kaum jemand verstand. Sie konnte nicht davon ausgehen, dass Bernardus ihr diese erfüllen würde. Ihr alter Herr schaffte es auch nicht, denn er wurde dann einfach nur noch brutal und herzlos, wollte scheinbar ihren Körper zerstören, anstatt ihn für sich zu gewinnen.

Marie merkte, wie sie immer mehr in Gedanken abglitt, die ihre Zukunft und auch ihre Vergangenheit betrafen, dabei ging es ja erst einmal nur darum, ein Lager für die Nacht zu haben.

Zögerlich trat sie durch die Tür in das warme Innere der Mühle und der Müller schloss diese hinter ihr.

„So ist es schon sehr viel besser. Willkommen in meiner bescheidenen Mühle.“

Dabei breitete Bernardus die Arme aus, um seinen Worten den gewissen Nachdruck zu verleihen.

„Ich glaube, Marie, du brauchst erst einmal etwas zu essen und zu trinken.“

Sie nickte zur Antwort, denn ihr Magen zeigte an, dass er leer war. Ein leichtes Grummeln machte sich da bemerkbar. Sie hatte seit ihrer Flucht keinen Happen zu sich genommen und nur einmal kurz Wasser aus einem kleinen Bach getrunken. Dementsprechend hungrig und durstig war sie. Zudem fühlte sie sich nach der irrenden Hatz ziemlich zerschlagen. Ihr Körper brauchte Erholung.

Irgendwie wirkte Bernardus in seiner Art und Weise beruhigend und vertrauenswürdig. Das war nicht ihr alter Herr, dem Vertrauen nichts bedeutete. Trotzdem behielt sie einen Hauch von Skepsis bei. Etwas Vorsicht konnte nicht schaden.

Der Müller begab sich in eine abseitige Kammer, die wohl für die Speisen gedacht war. Marie nutzte die Zeit, sich in dem Raum umzuschauen, in dem sie sich befand. Sie sah, dass sich der Müller zwar rustikal, aber doch auch wohnlich eingerichtet hatte. Eine gewisse Behaglichkeit ließ sich nicht leugnen. Hier würde sie sich mit Sicherheit wohlfühlen, wenn sie sich bei Bernardus verdingen konnte. Aber eine bescheidene Kammer zum Schlafen genügte ihr auch.

Dann kam der Müller zurück und reichte ihr einen Becher mit einem wohligen Geruch. Zudem legte er ihr Brot, Käse und einen würzigen Schinken auf den Tisch und daneben ein Messer zum Schneiden.

„Viel habe ich nicht“, sagte Bernardus. „Aber ich teile gerne mit dir, Marie. Denn du hast es im Augenblick nötiger als ich.“

Dabei lächelte er die junge Frau an, die sich inzwischen auf einen Holzschemel gesetzt hatte, der am kleinen Tisch stand.

Dem Müller gefiel die junge Frau, die sich da zu ihm verirrt hatte.

Es war unverkennbar, dass Marie dieses Lächeln trotz aller Skepsis erwiderte. Irgendetwas war an dem Müller, dass einen faszinierenden Einfluss auf sie ausübte. Sie konnte es sich aber nicht erklären.

„Trinke ruhig, es wird dir gut tun. Und iss, um dich zu stärken.“

Marie nickte ihm erneut zu. „Danke!“ Dann kam sie der Aufforderung nach, trank aus dem Becher und aß etwas. So fürstlich war sie bei ihrem alten Herrn nie bedient worden. Das Mahl stärkte sie zusehends.

Bernardus sah es mit Genugtuung. Er konnte es nicht ertragen, wenn jemand hungrig und durstig aussah und wirkte, als würde er jeden Moment zusammenbrechen. Da gab er lieber etwas von seinen Vorräten und erfreute sich der Dankbarkeit seines Gegenübers.

Marie hatte ein so wunderbares, hübsches Gesicht. Das wollte er nicht leidend sehen, es sei denn ...

Ihm wurde gerade seine kleine Schwäche bewusst, die er hegte und hier in der Einsamkeit zu verdrängen versuchte. Denn er war gerne dominant, führte und ab und zu war er auch sadistisch veranlagt.

Freilich kannte er Grenzen, die er nie überschritt. Aber allein der Gedanke, dass er in einer Beziehung immer seine dominante Ader ausleben würde, sorgte dafür, dass er keine Frau fürs Leben fand. In dieser Einsamkeit wollte er sich letztendlich die Gedanken daran abgewöhnen. Man konnte es auch als eine Art Selbstkasteiung auffassen.

Doch nun sah er Marie, die sich zu ihm, warum auch immer, verirrt hatte. Und genau da brach diese Wunde auf, die eigentlich zu einem längst fernen Leben gehörte. Er konnte ihr Gesicht sehen, ihren wohlgeformten Körper unter den zerschlissenen und abgetragenen Sachen bewundern. Er spürte, dass vielleicht genau diese junge Frau die Richtige für ihn war. Nur, war sie dazu bereit, sich seiner dominanten Art unterzuordnen?

Er hoffte es, doch ob es an dem war, würde sich erst zeigen müssen. Marie war schließlich erst seit wenigen Minuten hier. Und sie schien Schlimmes erlebt zu haben. Da war es unklug, mit der Tür ins Haus zu fallen. Das konnte ganz gehörig daneben gehen. Zumindest hatte Marie nicht mehr die Angst im Gesicht, die ihm noch an der Tür aufgefallen war. Das war schon ein guter Anfang, auf dem sich aufbauen ließ. Und das sie sein schmales Mahl genoss, bestärkte ihn zusätzlich.

 

Sie beendete schließlich ihr Abendessen und sah sichtlich besser aus, wenngleich alles andere als zufriedenstellend.

„Mir scheint, Marie, dir hat es geschmeckt.“

„Oh ja, danke, Herr Bernardus.“

„Nicht Herr, Marie. Ich bin nur ein einfacher Müller und kein Herr. Ich bin nur Bernardus.“

Er sah Marie an, die damit Probleme zu haben schien, ihn einzig mit dem Vornamen anzusprechen.

„Ich bin nur eine einfache Magd, Herr. Der ziemt es nicht, den Müller mit dem Vornamen anzusprechen.“

„Hat man dir das so beigebracht?“, fragte Bernardus etwas erschrocken nach und sah, wie Marie gleich heftigst nickte. „Nun, das mag anderenorts zu sein, aber ich bin kein Herr, sondern nur ein einfacher Müller. Du darfst mich mit Bernardus und mit du ansprechen. Das ist mir viel lieber.“

Vorsichtig legte er seine Hand auf die ihre, die sich noch auf dem Tisch befand.

„Und nun sprich, was ist dir widerfahren, dass du ganz allein und offenbar in großer Hatz durch das Gebirge eilst, obwohl es schon reichlich dunkel ist.“

Die Magd schaute ihn mit traurigen Augen an und schien zu zaudern, sich ihm anzuvertrauen. Marie hatte die Skepsis noch nicht vollständig ablegen können, die in ihrem Inneren wütete.

Die Hand des Müllers jedoch beruhigte sie mit ihrer Wärme ein wenig.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben“, setzte Bernardus hinterher, dem das Zaudern trotz der Berührung nicht entging.

„Also gut“, offenbarte sich schließlich Marie. „Ich bin auf der Flucht.“

„Auf der Flucht? Hast du denn etwas gemacht, was du besser nicht hättest tun sollen?“

„Nein. Ich bin auf der Flucht vor meinem alten Herrn, einem Müller so wie Euch.“

„Und warum, Marie?“, fragte Bernardus neugierig.

„Er, er hat ... er hat mich brutal mit der Peitsche geschlagen, bis meine Haut nur noch ein blutiger Klumpen war. Das konnte ich nicht ertragen. Diese Brutalität war einfach zu viel für mich. Und deshalb bin ich in einem günstigen Moment geflohen.“

Ihr kamen die Tränen, als sie von ihrem Schicksal berichtete.

Bernardus erschrak. Das hatte er nicht erwartet. Unwillkürlich dachte er an seine dominante Seite. Wenn er ihr diese offenbarte, dann könnte Marie das Schlimmste befürchten! Dabei würde er nie so weit gehen, sie zu einem blutenden Klumpen Fleisch werden zu lassen. Das war nicht sein Verständnis von Dominanz. Was für ein grober Kerl mochte Maries Herr gewesen sein, dass er eine Magd dermaßen misshandelte?

Nach einigen Sekunden hemmungsloser Tränen liftete Marie ein Stück ihres zerlumpten Kleides und Bernardus konnte schlimme Narben erkennen, die die junge Frau für immer zeichnen würden. Was hatte man ihr nur angetan?

Ergriffen schluckte er.

„Oh Marie, das ist furchtbar, was man mit dir getrieben hat. Kein Wunder, dass du geflohen bist.“ Dabei nahm Bernardus seine andere Hand und drückte zusätzlich ihre Hand, aber ganz sanft und voll Mitgefühl. Er musste schlucken, denn einen so vernarbten Rücken hatte er noch nie gesehen.

Marie hatte ein so wunderschönes Gesicht, ganz nach seinem Maße. Aber ob sie seine Neigung teilen würde, daran hatte er ab sofort mächtig Zweifel.

Trotzdem würde er Marie aufnehmen in seiner Mühle, falls sie es wünschte. Und die kommende Nacht würde sie ganz sicher hier verbringen.

„Ich weiß nicht, was ich tun kann, Herr. Aber wenn Ihr mir ein Lager zur Nacht bieten könntet, wäre ich sehr dankbar.“

Mit verquollenen Augen schaute sie den Herrn des Hauses an.

„Aber sicher doch, Marie. Wenn jemand in Not ist, dann steht meine Mühle offen. Du kannst gerne die Nacht hier verbringen. Ich werde dir mein Bett herrichten.“

„Das ist doch nicht nötig, Herr“, entgegnete Marie, die schon lange nicht mehr in einem Bett schlafen durfte.

Bei ihrem alten Herrn hatten ein paar Strohsäcke und eine zerschlissene, abgewetzte Decke reichen müssen. Mehr hatte ihr der Müller nie zugestanden als Magd.

„Oh doch, das ist sogar sehr nötig, denn dein Körper braucht Ruhe und Wärme, damit du zu Kräften kommst.“

Bernardus schaute die Magd gütig an. Er verzichtete gerne auf ein warmes Bett, wenn er der jungen Frau damit helfen konnte. Sie war es allemal wert.

„Und so wie du aussiehst, kannst du auch ein frisches Bad brauchen. Das Wasser des Baches ist zwar kalt, aber dafür wunderbar reinigend. Natürlich kann ich dir dabei gerne leuchten, sodass es nicht ganz finster ist. Deine Sachen können auch eine kleine Wäsche vertragen.“

„Aber ich habe nur diese Sachen hier, Herr. Mehr als das, was ich anhabe, besitze ich nicht.“

„Das ist kein Problem, Marie. Ich kann dir gerne ein Hemd für die Nacht leihen. Das ist vielleicht etwas groß für dich, aber immerhin bedeckt es dann deine Blöße.“

Bernardus schaute sie an und Marie erwiderte den Blick.

„Vielleicht habt ihr Recht, Herr. Aber ihr braucht keine Kleidung für mich holen. Mein alter Herr hat das auch nicht getan. Ich habe kein Problem, mich Ihnen entblößt zu zeigen, solange ihr nur ...“

„Marie, du brauchst keine Angst zu haben. Ich werde dir nichts tun, auch wenn du mich bezauberst.“

„Ich bezaubere Euch, Herr?“

Marie wusste nichts mit den Worten des Müllers anzufangen. Wie konnte sie als dreckige, gezeichnete und in Lumpen gehüllte Magd jemanden bezaubern. So recht konnte sie sich das nicht vorstellen.

„Oh ja, Marie. Du bezeichnest dich als einfache Magd, doch du bist viel mehr. Durch deine Flucht hast du deine Zukunft in die eigenen Hände genommen. Wenn du willst, dann kannst du gerne so lange bleiben, wie du möchtest. Eine helfende Hand kann ich immer gebrauchen. Eine Mühle ganz alleine zu führen kostet viel Kraft und Zeit, da kommen manche Dinge des Lebens viel zu kurz. Aber wenn du gehen willst, so bin ich dir nicht böse, denn das Leid, das du durch den anderen Müller erfahren hast, ist unermesslich. Doch eines lass dir sagen. Du hast ein wunderschönes Gesicht. Und das bezaubert mich.“ Dabei schaute er sie freundlich an. „Und nun hole ich meine kleine Öllampe, um dir damit am Bach zu leuchten. Das Hemd bringe ich gleich mit.“

Damit entschwand Bernardus in einer Kammer und ließ Marie keine Zeit zum Antworten.

Die wusste ohnehin nicht, was sie tun sollte. Auf der einen Seite fürchtete sie sich davor, wieder bei einem Müller zu arbeiten. Auf der anderen Seite jedoch war Bernardus freundlich und hatte ihr genau das angeboten, was sie sich erhoffte, als sie ihn vor einigen Minuten das erste Mal gesehen hatte. Er schien wirklich ganz anders als ihr ehemaliger Herr zu sein. Seine warmen Hände hatten ihr gut getan, seine beruhigende Stimme nahm ihr die Angst und hatte etwas Behütendes an sich. Er schien durch und durch vertrauenswürdig zu sein.

Marie blickte an sich herab. Eine Schönheit gab sie im derzeitigen Zustand nicht ab, denn die Kleidung war dreckig geworden. Sie hatte zu wenig auf den Weg geachtet. Und auch ihre Füße waren alles andere als sauber. Ihre Hände konnten ebenfalls eine Reinigung vertragen. Im ersten Moment war ihr das alles egal gewesen. Doch nun, da war es anders.

In diesem Moment kam der Müller aus der Kammer zurück, hatte auf den einen Arm ein langes Hemd geworfen, dass ihr durchaus als Nachtgewand gereichte. In der anderen Hand hielt er eine Öllampe, die er bereits entzündet hatte und die ganz vortrefflich Licht gab.

Er ging zur Tür.

„Folge mir nur, Marie. Ich leuchte dir den Weg zu meiner kleinen Badestelle im Bach. Sie befindet sich gleich hinter dem Haus in der Nähe des Wasserrades der Mühle.“

Marie stand auf und folgte ihm. Dabei leuchtete er den Weg aus, denn inzwischen war es draußen endgültig dunkel geworden. Mondlicht oder Sternenlicht konnte sie auch nicht entdecken. Das Tal, in dem Bernardus seine Mühle betrieb, war wirklich sehr finster.

Nach wenigen Schritten waren sie angekommen.

„Hier ist es. Ich lege dir das Hemd bereit und drehe mich dann um, wenn du willst. Leuchten kann ich dir auch so.“

„Vielen Dank, Herr. Aber ihr könnt ruhig zuschauen. Es stört mich nicht.“

Marie vertraute dem Müller, auch wenn es ihr schwerfiel. Aber Bernardus sah nicht so aus, als ob er ihr beim Baden etwas antun würde. Zudem hielt er die Lampe.

So sah der Herr der Mühle, wie sich die Magd entkleidete und erschauderte beim Anblick ihres geschundenen Körpers. Überall ließen sich noch frische Striemen erkennen. Zudem Spuren aufgeplatzter Haut, die nur schlecht verheilt waren. Das hatte kein dominanter Mann getan, nicht einmal ein sadistisch veranlagter. Das war das Werk eines Monsters, dem das Leben rein gar nichts wert war.

„Lasse dir ruhig Zeit, Marie. Zuweilen sagt man, dass das Wasser dieses Baches magische Kräfte hat, die heilen können. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber auf jeden Fall wird er dich säubern. Und für die Versorgung der wirklich furchtbaren Narben wird sich auch etwas finden lassen.“

Marie schaute ihn für einen Moment an.

„Das würdet Ihr tun, Herr?“

„Aber sicher, Marie, denn du verdienst es. Dein Gesicht ist bezaubernd schön und auch dein Körper verzaubert mich. Ja, du selbst eroberst mich gerade!“

Bernardus gefiel, was er sah, wenn er von den schrecklichen Wunden und Narben absah. Die Magd war wunderbar gebaut. Die Brüste waren fest und von wohlgeformter Gestalt und ihre Möse wurde nur von einem weich aussehenden Flaum bedeckt. Vielleicht, so hoffte er, würde Marie ihn auch entfernen. Das konnte sie nur noch bezaubernder machen.